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Frau Borchardt, Sie haben David Hasselhoffs Autobiografie "Wellengang meines Lebens" übersetzt und ergänzt. Stellen Sie sich doch bitte den Mitgliedern der "Hasselhoff-Foundation" kurz vor.

Ich bin freie Texterin, wort- und musikbesessen, Mitte vierzig und lebe nördlich von Hamburg.


Wie war der Weg zu Ihrem jetzigen Beruf? Sehen Sie sich selbst als Autorin oder Übersetzerin?

Sowohl als auch J. Ich schreibe ebenso gern eigene Texte, wie ich fremde ins Deutsche übertrage. Ganz offiziell bin ich Diplom-Übersetzerin. Nach meinem Studium habe ich allerdings erst einmal lange als Journalistin für verschiedene Musikzeitungen geschrieben und für einen süddeutschen Radiosender gearbeitet. 1995 habe ich dann den Musikjournalismus und die Übersetzerkenntnisse zusammengefasst und begonnen, für den Hannibal Verlag zu arbeiten, der sich auf Musikbiografien spezialisiert hat. Außerdem habe ich für eine PR-Agentur gearbeitet, die unter anderem Ghostwriter für Prominente aus Kultur und Wirtschaft vermittelt hat, und dort einige Buchprojekte betreut. Heute übersetze ich auch viele Fantasy-Romane – das ist ein guter Ausgleich zu den Musikbiografien.


Sie haben bereits zahlreiche Biografien namhafter Künstler übersetzt (z. B. Paul McCartney und Elton John). An welcher haben Sie am liebsten gearbeitet? Welche hat Sie am meisten berührt?

Die Paul-McCartney-Biografie aus dem letzten Jahr hat sehr viel Spaß gemacht, weil ich ein großer Beatles-Fan bin, das Buch aber vor allem auch wunderschön geschrieben und gut recherchiert war. Eines meiner Lieblingsprojekte, obwohl mir die dazugehörige Musik wenig sagt, war die Autobiografie der amerikanischen Heavy-Metal-Band Mötley Crüe, die unglaublich witzig und mitreißend verfasst war.


Wie sind Sie dazu gekommen, Davids Biografie zu übersetzen? Wann ist der Verlag diesbezüglich an Sie herangetreten?

Die Verlagsleiterin von Edition Koch, Dr. Monika Koch, leitet auch den Hannibal Verlag, für den ich schon seit fünfzehn Jahren schreibe. Daher wusste sie, dass ich nicht nur Übersetzerin bin, sondern auch Erfahrungen als Journalistin und Ghostwriterin habe, und hat mich im September letzten Jahres gefragt, ob ich Lust hätte, dieses Projekt zu übernehmen. Für mich war es insofern ungewöhnlich, da ich normalerweise auf einen anderen musikalischen Bereich spezialisiert und mehr bei Rock und Punk zu Hause bin, aber ich fand das Angebot sehr spannend und habe gern angenommen.


Was wussten Sie über David, bevor Sie mit der Übersetzung begonnen haben? Gibt es etwas, das Sie besonders beeindruckt hat?

Er war mir vor allem als Schauspieler ein Begriff, wobei ich natürlich auch wusste, dass er „I’ve Been Looking For Freedom“ gesungen hat. Ich wusste nicht, dass er ein so guter Musical-Sänger ist, und ich war wirklich sehr beeindruckt von seiner Performance als Jekyll/Hyde am Broadway, die er mir als DVD geschickt hat. Bei meiner Vorbereitung auf das Buch habe ich mir dann natürlich versucht, alles anzusehen, was er gerade in den letzten Jahren gemacht hat, und besonders „Meet the Hasselhoffs“ fand ich super-sympathisch.


David erwähnte in der "Markus Lanz Show", dass die Ergänzungen für die Biografie komplett via Skype erstellt wurden. In Hamburg haben Sie David erstmals persönlich getroffen. Wie war diese Begegnung für Sie?

Etwas überwältigend, weil es wirklich nicht abgesprochen war, dass wir uns vor laufender Kamera das erste Mal begegnen, und ich im Gegensatz zu ihm ja nun so gar keine Fernseherfahrung habe. Eigentlich hatten wir uns erst für später im Hotel verabredet. Leider hatten sich seine Termine an diesem Tag alle verschoben, weil wegen der Vulkanaschewolke so viele Flüge abgesagt worden waren und er deswegen mit fünf Stunden Verspätung nach Hamburg kam – daher hatten wir nicht wirklich viel Zeit für ein Gespräch. Andererseits war er in unseren Skype-Chats zuvor sehr offen und sehr persönlich gewesen, und auch, wenn wir uns im eigentlichen Sinne vorher nicht begegnet waren, hatte ich doch schon das Gefühl, ihn ein bisschen zu kennen. Wie unglaublich groß er tatsächlich ist, das hat mich allerdings bei unserer Umarmung ziemlich verblüfft.